Erkrankungen der Speicheldrüsen

Speicheldrüsen

Es gibt sechs große und eine Vielzahl von kleinen Kopfspeicheldrüsen. Zu den großen Drüsen gehören die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) und die Unterzungenspeicheldrüse (Gandula sublingualis). Die kleinen Speicheldrüsen sind in der Lippen-, Wangen- und Gaumenschleimhaut lokalisiert.

Die Drüsen produzieren ca. 1 - 1,5 Liter Speichel pro Tag. Der Speichel enthält Abwehrstoffe, er hilft bei der mechanischen Reinigung des Mundes, schützt die Zähne, hat eine Verdauungsfunktion und spielt eine wichtige Rolle beim Schlucken von festen Speisen. Ist die Speichelproduktion eingeschränkt, kann dies unter anderem zu vermehrter Karies und in schweren Fällen zu Schwierigkeiten beim Essen führen.

Störungen der Speichelproduktion

Die unterschiedlichsten Ursachen können zu einer Störung der Speichelproduktion führen. Im Folgenden sind einige aufgelistet:

    • Flüssigkeitsmangel (z.B. als Folge von Flüssigkeistverlust durch Schwitzen, Durchfall, Medikamentenwirkung, oder zu geringer Flüssigkeitseinnahme)
    • spezielle Erkrankungen, wie z.B. das Sjögrensyndrom (eine Krankheit die verschiedene Organe, wie  Gelenke, Bindehaut der Augen, befallen kann). 
    • eine Bestrahlung im Kopf-, Halsbereich kann zu einer Schädigung der Speicheldrüsen führen.
    • in höherem Lebensalter nimmt die Speichelproduktion oft ab.

Ist die verminderte Speichelproduktion nicht durch einen reinen Flüssigkeitsmangel sondern durch eine Schädigung der Drüsen bedingt, bestehen oft limitierte Behandlungsmöglichkeiten, die sich auf Befeuchtung der Schleimhaut durch regelmässige Flüssigkeitszufuhr oder künstlichen Speichel beschränken.

Entzündungen der Speicheldrüsen

Infektionen durch Bakterien oder Viren (z.B. Mumps) können zu schmerzhaften Entzündungen der Speicheldrüsen führen. Besonders anfällig sind Patienten mit einer Immunschwäche (erhöhter Blutzucker, AIDS) oder mit vorbestehender Schädigung der Speicheldrüsen (z.B. durch eine der oben erwähnten Ursachen).
Eine Speichelabflusstörung  kann eine Entzündung ebenfalls begünstigen. Recht oft werden solche Abflussstörungen durch Speichelsteine (meist aus Kalziumapatit bestehend) provoziert. 
Diese entwickeln sich häufiger in der Glandula submandibularis. Kleinere Steine lassen sich durch speichelfördernde Maßnahmen (Kauen von Zitronenschnitzen, Kaugummi, usw.) gelegentlich ausschwemmen. Gelingt dies nicht kommt eine Entfernung des Steins durch einen chirugischen Eingriff oder eine Steinzertrümmerung (Lithotripsie) in Frage. In gewissen Fällen muss auch die ganze Speicheldrüse entfernt werden.

Gewisse Medikamente, Zuckerkrankheit, Eiweiss- und Vitaminmangel, Alkoholismus, gewisse Hormonstörungen könne zu einer bleibenden Schwellung meist der Ohrspeicheldrüse (sogenannte Sialadenose) führen.

Speicheldrüsentumoren

In 70 - 75% der Fälle handelt es sich um gutartige Tumoren, die mehrheitlich in der Ohrspeicheldrüse gelegen sind. Diese zeigen häufig ein nur langsames Wachstum und bereiten kaum grössere Beschwerden. 
25 - 30 % der Tumoren sind bösartig. Tumoren der Glandula submandibularis oder der kleinen Speicheldrüsen sind häufiger bösartig. Wenn der Tumor Schmerzen bereitet, eine Gesichtsnervenlähmung auftritt oder im Halsbereich weitere Knoten entstehen, deutet dies auf eine bösartige Erkrankung hin. 
Sowohl gutartige wie auch bösartige Tumoren der Speicheldrüsen lassen sich in der Regel nur durch eine Operation behandeln.

Operationen an den Speicheldrüsen (Parotidektomie, Sialadenektomie)

Es gibt sechs große Speicheldrüsen, nämlich die beiden Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotis), die beiden Unterkieferspeicheldrüsen (Glandula submandibularis) unter/neben dem Unterkieferknochen und die beiden Unterzungenspeicheldrüsen (Glandula sublingualis) unter/neben der Zunge gelegen. Daneben liegen in der Wangen-, Gaumen- und Lippenschleimhaut viele sogenannte kleine Speicheldrüsen. Operationen an den Speicheldrüsen können bei Tmoren oder hartnäckigen  Entzündungen notwendig sein. In der überwiegenden Anzahl der Fälle werden die großen Speicheldrüsen von solchen Erkrankungen befallen. Ist die Ohrspeicheldrüse betroffen, muss je nach Krankheit, ein Teil oder die ganze Drüse entfernt werden. Die Operation erfolgt über einen Hautschnitt im Bereich der Ohrmuschel und des Kieferwinkels. Als erstes wird  der Gesichtsnerv aufgesucht. Dieser läuft direkt durch die Drüse und teilt sich hier seine einzelnen Äste auf. Das Risiko einer Nervenverletzung kann durch das frühe Sichtbarmachen des Nerven vermindert werden. Die Nervenfunktion wird während der Operation zusätzlich mit einem speziellen Gerät überwacht. Bei bösartigen Tumoren kann es notwendig sein den Gesichtsnerven ganz oder teilweise zu entfernen. In diesen Fällen wird versucht den Nerven durch eine Transplantation wiederherzustellen.
Bei Erkrankungen der Glandula submandibularis wird meist die ganze Drüse entfernt. Die Operation erfolgt auch hier von Außen über einen Hautschnitt, der etwas unterhalb des Unterkieferknochens liegt. Bei beiden Operationen wird am Schluss der Operation für ca. zwei Tage ein sogenanntes Drain eingelegt, damit im Operationsgebiet kein Bluterguss entsteht. Die Operationen erfolgen in Narkose.

Risiken

Gelegentlich kann ein Bluterguss oder eine Infektion im Operationsgebiet entstehen. Bei einer Infektion kann die Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein.
Bei Patienten mit  entsprechender Veranlagung, kann sich eine verstärkte Narbenbildung (Keloidbildung) im Bereich des Hautschnittes entwickeln. Diese lässt sich durch eine zweite Operation oder durch Medikamenteninjektionen behandeln.
Nach Entfernung der Glandula submandibularis kann die Muskelfunktion im Bereich der Unterlippe gestört sein. 
Nach Ohrspeicheldrüsenoperationen tritt häufig eine Verminderung der Hautsensibilität im Operationsgebiet und der Ohrmuschel auf, die während einigen Wochen bis Monaten anhalten kann.
Gelegentlich kommt es bei teilweiser Entfernung der Ohrspeicheldrüse zu einer Verzögerung der Wundheilung wegen Speichelaustritt durch die Operationswunde. 
Nach einigen Wochen bis Monaten kann sich beim Essen eine unterschiedlich starke Schweissekretion im Hautgebiet über der Ohrspeicheldrüse einstellen.
Sofern eine gutartige Erkrankung vorliegt, kann selten eine meist vorübergehende Funktionsstörung des Gesichtsnerven (Fazialisparese) auftreten. Bei Operationen von bösartigen Speicheldrüsentumoren besteht das Risiko eines dauernden und vollständigen Funktionsverlustes des Nerven, da dieser eventuell ganz oder teilweise entfernt werden muss.

Verhalten nach der Operation

Nach der Operation und auch nach der stationären Entlassung ist es besser die Schmerzmittel in regelmäßigen Zeitabständen und nicht nur bei stärkeren Schmerzen einzunehmen. Die Medikamente wirken bei regelmäßiger Einnahme besser. Die Gesamtmenge der Medikamente lässt sich dadurch reduzieren.

Um Komplikationen (Blutungen, Infektionen) zu vermeiden ist Folgendes zu beachten :

  1. Keine heissen Bäder und Duschen, kein Haare waschen. 
  2. Keine starken körperlichen Anstrengungen (kein Heben von schweren Lasten).
  3. Kein Sport.
  4. Keine starke Besonnung (Strandbad).
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Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie - Plastische Operationen
Dr. Dr. H. Bettinger - Dr. Dr. K.-U. Feller - Dr. Dr. U. Otte / MVZ Coburg GbR
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